Diners Club Kreditkarte
Die älteste Kreditkarte der Welt
Diners Club ist ein Kreditkartenunternehmen mit Geschichte. Die Diners Club Kreditkarten gelten als Großmütter des Plastikgeldes. Die Kreditkarten genießen im Zusammenhang mit gehobenem Lifestyle ein großes Renommee. Gründer des Diners Club ist der Geschäftsmann Frank McNamara. Er gab die ersten Kreditkarten im Jahr 1950 für 27 Restaurants aus.
Die Geschichte vom "First Supper"
Eine Anekdote erzählt von der Idee McNamaras. Jedoch handelt es sich bei der charmanten Anekdote um eine erfundene PR-Geschichte von Matty Simmons. Ein stimmiger PR-Gag eines Presseagenten, die viele Jahre gerne erzählt wurde und sogar als offizielle Diners-Firmengeschichte erschien. Die Episode hieß treffend "First Supper". Danach soll Frank McNamara, ein Leihhändler aus Manhattan, seine besten Freunde in sein Stammlokal eingeladen haben. Im Major's Cabin Grill waren Speisen und Getränke hervorragend und die Stimmung nach der Erzählung ebenso. Als der Gastgeber seine Brieftasche suchte, fand er sie nicht.
Visitenkarte statt Bargeld
Nach Gesprächen mit dem Kellner und dem Oberkellner - sogar vor der ganzen Mannschaft - kam auch der Manager an den Tisch und versprach schließlich Zahlungsaufschub. So hinterließ der Leihhändler seine Visitenkarte mit seiner Unterschrift als Sicherheit. Zu Hause wurde ihm klar, dass so eine peinliche Situation nie wieder geschehen sollte. So war die Idee geboren. Die Anekdote klärt auch den Namen der Kreditkarten. Weil ein Diner Auslöser gewesen sein soll, hatte der Name Berechtigung: Diners Club Karte. Richtigerweise ist jedoch hinzuzufügen, dass die Idee von der Diner Club Karte ganz einfach am Schreibtisch entstand.
Mit 27 Restaurants fing alles an
Am 28. Februar 1950 war es so weit. McNamara gründete den Diners Club, und ein braunes Stück Pappe war die erste Kreditkarte der Welt. Das Prinzip Speisen auf Pump sollte noch große Kreise ziehen. Die Karte ermöglichte es in den ersten Monaten, in 27 Restaurants in New York auf Rechnung zu speisen. Dies zeigte die Kreditkarte auf ihrer Rückseite an. Das erste Jahr war nicht gerade erfolgreich. Weniger als 200 Karten verteilte McNamara vor allem an Freunde.
Die Idee durchboxen
McNamara fiel es nicht leicht, Menschen von seiner Idee zu überzeugen. Die Zeitgenossen hatten noch zu sehr die Zeit der Wirtschaftskrise in Erinnerung. Viele waren einer Karte gegenüber argwöhnisch, die die gesamten Finanzen einer Person in sich barg, und Kredite aufzunehmen, war nicht leicht. Die Banken nahmen jeden Kreditwilligen geradezu in die Mangel. Doch brachte McNamara den PR-Mann Simmons auf seine Seite, auch wenn dieser skeptisch war.
Das Prinzip der Diners Club Karten
Mit einer Karte bezahlen und dann einmal im Monat per Sammelbeleg die Rechnungen begleichen, die zentral beim Diners Club erfasst worden waren, dieses Prinzip der Abrechnung gilt nach wie vor. Die Gläubiger bekamen vom Diners Club ihr Geld. Alle teilnehmenden Restaurants mussten jedoch sieben Prozent der Rechnungsbeträge als Abrechnungsbeteiligung für den Diners Club abziehen. Kunden zahlten fünf Dollar Jahresgebühr für die Diners Club Card. Der Betrag war symbolisch zu sehen und sollte der Karte ein wenig Glanz verleihen.
Bloomingdale's beflügelte das Geschäft
1952 beteiligte sich der Kaufhauseigentümer und Millionär Alfred Bloomingdale an dem Club. Er brachte Glanz hinein und zog neue Kunden an. Bloomingdale war weltweit angesehen. Der New Yorker Financier hatte selbst gerade ein Kreditkartengeschäft ins Leben gerufen mit dem Titel Dine & Sign. Dieses Unternehmen floss in den Diners Club ein. Das Unternehmen explodierte fortan förmlich. Viele neue Mitglieder traten ein und neue Akzeptanzstellen entstanden. Hunderte von Restaurants, Nachtclubs, Hotels und auch Einzelhändler gesellten sich dazu. Sie machten es dem New Yorker Kaufhaus Bloomingdale's nach.
McNamara stieg aus und Bloomingdale übernahm
Als das Unternehmen Ende 1952 sechs Millionen Dollar Jahresumsatz machte, verkaufte McNamara seinen Anteil. Bloomingdale übernahm die Firma zu 100 % und führte Diners Club erfolgreich weiter. Zu Beginn war ein Kredit auf einen Monat beschränkt. Alle Rechnungen mussten monatlich beglichen werden. Als die Bank of America, die größte Bank Kaliforniens, in das Kreditkartengeschäft einstieg, änderte sich dieser Umstand jedoch. Die Bank startete mit der geschäftsfähigen Gesamtbevölkerung als Zielgruppe. Langfristige Ratenzahlung war möglich. Das Amerika der 50er Jahre war reif für Kreditkarten. Der Mittelstand genoss ein gutes Durchschnittsmonatseinkommen und Kredite wurde selbstverständlich. Die Karte aus Karton verwandelte sich in den sechziger Jahren in eine Plastikkarte.
Ausbreitung auch im Ostblock
In den 1960er Jahren war Diners Club bereits börsennotiert. Reiseversicherungen kamen als Geschäftsfeld dazu. 1969 etablierte sich Diners Club im damaligen Ostblock - noch vor Visa und MasterCard. Auch wenn die Diners Club Karte nicht die größte Verbreitung in der Welt erreichte, hat sie sich doch als Kreditkarte für Geschäftsreisende durchgesetzt. Flughafen-Lounges lockten Kunden an. In Frankfurt wurde 1977 eine Lounge eröffnet.
Ausweitung bei Akzeptanzstellen und Lounges
Die Diners Club Karte sieht kein offizielles Ausgabenlimit vor. Damit unterscheidet sie sich von MasterCard und Visa-Karten. Geschäftsreisende erhalten einen besonderen Status, entweder den Silber-, Gold- oder den Elite-Status. Diners stellt einige Hundert Lounges auf der ganzen Welt für Kunden zur Verfügung. 17 sind allein in Deutschland zu finden. Trotz Akzeptanzschwierigkeiten bei Händlern in den USA und Kanada findet Diners Akzeptanz auch bei MasterCard-Partnern. Seit 2009 ist Diners auch im Discover Netzwerk vertreten. Sowohl Akzeptanzstellen in den Ländern Kanada und Mexiko als auch in der Karibik und den USA zählen dazu.
Inhaberwechsel und neue Investoren
Im Jahr 1970 übernahm der Finanzkonzern Continental Diners Club. 1981 kaufte die Citicorp, die später in Citigroup umfirmierte, das Unternehmen auf. Im Sommer 2010 erwarb eine Investorengruppe um Anthony J. Helbling, die Lizenz für die Herausgabe der Diners Club Card. Helbling war langjähriger Geschäftsführer von Diners Club Schweiz und Deutschland und kannte das Geschäft. Die Erfolgsgeschichte geht weiter.
